Thailand - Aktuelles

Historischer Umbruch im Elefantentourismus

Arbeitselefant beim Logging

Der Traum einer ethischen Revolution in Thailands Elefantentourismus ist greifbar geworden – dazu wird internationale Unterstützung gebraucht!

Das Ausbleiben der Touristen in Thailand stürzte auch die Elefanten-Industrie in eine tiefe Krise. Über 3000 Reit- und Zirkus-Elefanten wurden schlagartig „arbeitslos“ und drohten in Ermangelung von Einnahmen elend zu verhungern, oder in die illegale Holzfällerei verkauft zu werden. Elefantenschützerin Lek Chailert sprang mit ihrer Save Elephant Foundation in die Bresche und organisierte Futterspenden und Nothilfe für mittlerweile rund 2000 Elefanten in ganz Thailand – eine gigantische Aufgabe, die durch Spenden von ElefantenfreundInnen in aller Welt erst möglich wurde.

Viele Elefantenbesitzer aus kleinen Dörfern hatten zuvor ihre Elefanten an Reit- und Zirkuscamps im Tourismus ausgeliehen, und mit dem Erlös ihre Familien ernährt. Doch in der Krise weigerten sich die Campbesitzer, die Tiere durchzufüttern – sodass Hunderte von Elefanten mit ihren Besitzern zurück in die Dörfer ziehen mussten, zum Teil über etliche Tage hinweg. Lek und ihr Team unterstützten sie dabei; mit einer größeren Elefantengruppe samt Baby wanderte Lek sogar einige Tage mit.

In vielen Gesprächen setzte sich Lek mit den Elefantenbesitzern und Mahouts auseinander – es musste schnell eine nachhaltige Zukunftsperspektive her, damit die Elefanten nicht in die Holzindustrie verkauft oder als Bettelelefant auf die Straßen geschickt werden. In den Dörfern leben sie jeweils als Herde oder kleine Gruppe zusammen, betreut von ihren Mahouts, und suchen sich tagsüber ihr Futter im Wald.

Mit dem „Stay Home“ – Konzept, das Lek nun entwickelt hat, sollen die Dörfer in die Lage versetzt werden, sich und ihren Elefanten eine dauerhafte Existenz zu schaffen. Im Rahmen eines Fortbildungsprogramms werden den Dorfbewohnern diverse Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, von handwerklichen Fähigkeiten bis hin zur Schulung im Umgang mit social media. Die ersten Filme glücklicher Elefanten im Dschungel, befreit von schweren Holzsätteln und dem Drill der Zirkuscamps, kursieren im Netz. Für die Dickhäuter wie auch die Mahouts können Patenschaften übernommen werden.

In Verhandlungen mit der Regierung konnte erreicht werden, dass diese Land zur Verfügung stellt, auf dem Feldfrüchte wie auch Futterpflanzen für die Elefanten angebaut werden können. Geplant ist auch die Ausweitung des Anbaus von „Dschungelkaffee“, der rein biologisch unter Bäumen angepflanzt wird (und als „ENP Coffee“ bereits sehr beliebt ist). Einige Dörfer werden ein Homestay-Angebot für Touristen und Volunteers aufbauen, sodass BesucherInnen die Elefanten beobachten und am Leben im Dorf teilhaben können. Um all dies in Gang zu bringen, werden dringend Spenden gebraucht.

Einen höchst erfreulichen Wandel hin zu ethischem Elefantentourismus vollziehen derzeit im Rekordtempo auch einige große Camps, die in der Krise von Lek und der Save Elephant Foundation Unterstützung erbeten haben. Darunter auch ein Unternehmen mit über 60 Elefanten, das als eines der schlimmsten in der Branche bekannt war. Die dortigen Mahouts werden bereits seit einiger Zeit im Elephant Nature Park für einen sanften Umgang mit den Elefanten geschult. Anstatt wie bisher in Reih und Glied mit einem Mahout auf dem Kopf zum Fluss zu marschieren, sich dort auf Kommando hinzulegen und abgeschrubbt zu werden, dürfen die Elefanten nun frei dort baden. Wie sehr sie das genießen, ist auf Fotos und in einem kleinen Video zu sehen.

Lek versucht derzeit alles, um den Traum dauerhaft Wirklichkeit werden zu lassen und genügend Unterstützung für die neuen Stay-Home-Projekte zu mobilisieren. Als Partnerorganisation der Save Elephant Foundation in Deutschland unterstützen wir von Future for Elephants selbstverständlich dieses visionäre Konzept, das für Hunderte von Elefanten die Befreiung aus dem Elend bedeutet. Mit einer Spende oder einer Patenschaft können auch Sie dazu beitragen und Teil dieses historischen Umbruchs sein.

WEITERFÜHRENDE LINKS

Mehr Informationen

Lesen Sie mehr über die Projekte von Lek Chailert, ihre Stiftung Save Elephant Foundation und die Hintergründe des Elefantentourismus in Thailand.
Nehmen Sie am Patenschaftsprogramm des Elephant Nature Park teil.


Presseberichte zur aktuellen Situation in Thailand infolge des Lockdowns wegen der Corona-Pandemie

Die Verschlimmerung der Lage für die Elefanten und der Kampf Lek Chailerts, Süddeutsche Zeitung vom 22.04.2020:
Ausrangierte Attraktionen

Ein Hilfeschrei für die Elefanten in Thailand, die wegen der Corona-Krise in Not geraten sind, erschienen am 10.07.2020 in Bild der Frau:
Die Elefanten verhungern