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Am 4. Oktober 2018 eröffnete die Ausstellung FragmentTieren der Künstlerin Eve Saglietto in der Orangerie im Englischen Garten (München).

Die Süddeutsche Zeitung kündigte die Ausstellung am 2. Oktober mit einem Artikel an: Die Würde der Tiere

Aus der Pressemitteilung der Kuratorin Dr. Karin Dohrmann:

>>Die Ausstellung „FragmenTieren“ der Künstlerin Eve Saglietto empfängt die Besucher mit klassisch-ästhetischen Tierporträts. Auf den ersten Blick schöne Tierbilder! Die Titel aber, die sich nicht auf technische Daten beschränken, sondern eine Geschichte zum bildnerischen Werk liefern, führen den Betrachter aus der Komfortzone des schönen Scheins und konfrontieren ihn mit dem realen Leid von Tieren in unserer globalen Welt. Die sich ergänzende Funktion von Bild und Text wird von der Künstlerin Eve Saglietto ganz bewusst eingesetzt. Das Bild hat die Aufgabe den Betrachter mit seiner ästhetischen Anziehungskraft zum Herankommen einzuladen, damit er mittels Worte über den kritischen Kontext informiert wird.
Eve Saglietto nutzt unseren Umgang mit dem Tier zur Gesellschaftskritik. Die FragmenTierung von Leben, diese Konzentration auf einen wertvollen, verwertbaren Teil, der denaturiert vom Rest des Tieres getrennt wird, versetzt den Konsumenten in die bequeme Situation sich mit dem Leben, Leiden und Sterben des Tieres nicht auseinandersetzen zu müssen. Milch und Wolle klingen zunächst nicht nach Tierleid, sondern nach einem wertvollen Naturprodukt. Dass Kühe dazu ihr ganzes Leben in einer Produktionshalle verbringen müssen, ihnen die Hörner ausgebrannt werden, damit man sie ökonomisch enger einstallen und einfacher handhaben kann, das sind die Folgen des FragmenTierens in unserer Lebensmittelindustrie! Das FragmenTier wieder als eine Ganzheit wahrzunehmen, ist das Ziel der Künstlerin. Gleichzeitig wird es zum Symbol eines humanistischen, ganzheitlichen Denkens, das auffordert, die verschiedensten Parameter und ihre Folgen zu berücksichtigen!

Diese Folgen zeigen sich aber nicht nur in der Lebensmittel-, sondern auch in der Freizeit-Industrie, die nicht nur ein umfangreiches Programm an Trophäenjagden anbietet, sondern auch das Tier als Rohstoffe der Schmuck- und Accessoire-Industrie versteht. Dass hierbei vor allem die Vertreter mächtiger Trophäen der Natur entnommen werden, zeigt sich am Beispiel der Giant Tusker. Sie gehören zu den Vertretern der Riesen-Elefanten, deren Stoßzähne im Alter bis zum Boden reichen. Es gibt nur noch wenige Exemplare in Kenia, die Träger dieser genetischen Information sind! Was für Folgen diese FragmenTierung auf ein Souvenir für die Biodiversität einer Tierart hat, repräsentiert das monumentalen Werk Die Seele von Satao. Satao 1 & 2 waren zwei kapitale Elefanten, die für ein Fragment ihres Seins, den Stoßzähnen, von Wilderern getötet wurden. Hiermit setzt Eve Saglietto dem Verlust der biologischen Vielfalt ein eindrückliches Denkmal!
Eve Saglietto nutzt das Motiv der Tiere um klare Stellung zu nehmen zu sozialen, wirtschaftlichen und politischen Situationen unserer globalisierten Gesellschaft, in der das FragmenTieren alle Bereiche unseres Daseins bestimmt! Das Tier wird Sprachrohr, Projektionsfläche und Symbol ihrer persönlichen Anliegen, die sie als Vegetarierin, die Wolle und Leder ablehnt, auch in ihrem realen Leben umsetzt. Seit Jahren unterstützt sie verschiedenste Tierschutzorganisationen (Rettet die Elefanten Afrikas e.V.; Pro Animale e.V.; Pro Wildlife e.V.; Peta e.V.; Sea Shepherd e.V.) finanziell oder durch ihre Werke. Sie ist damit eine Vertreterin der Ökologischen Kunst, die Nachhaltigkeit und Verantwortung in den Fokus ihres künstlerischen Schaffens stellt!

Die Ausstellung „FragmenTieren“ wird für zwei Wochen nicht nur beeindruckende Bilder präsentieren, sondern einen geschützten Raum für Diskussionen und Informationsaustausch im Umgang zum Tier bieten. Eve Sagliettos Werke geben dem Begleitprogramm aus Film, Lesung und Podiumsdiskussionen ein animalisches Auditorium. Ehrengast ist Dr. Christian Felix, Vorstandsmitglied des Vereins „Future for Elephants e.V.“, mit seiner Installation „Lichtelefant“.<<