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Zu diesem Thema trafen sich am 6. Oktober 2018 in München Vertreter von drei Institutionen. Monica Lieschke (Jane Goodall Institut), Thomas Töpfer (Rettet die Elefanten Afrikas e.V.), sowie Birgit Hampl und Christian Felix (beide Future for Elephants e.V.) nahmen an der Podiumsdiskussion teil, die die Künstlerin Eve Saglietto im Rahmen ihrer Ausstellung „FragmenTieren“ organisiert hatte.

Nach einer interessanten Präsentation der verschiedenen, sich ergänzenden Arbeiten der einzelnen Vereine begann eine Diskussion, in die das Publikum eng eingebunden war.

Botswana galt als sicherer Hafen für Elefanten. Seit ab dem 1. April 2018 eine neue Regierung im Amt ist, stehen die Zeichen schlecht für die Grauen Riesen. Die Trophäenjagd wird wiedereingeführt und ein Deal mit China soll Botswana zum Fleischlieferanten der Volksrepublik machen. Wildgebiete müssen Weideland weichen – da bleibt für die Elefanten kaum mehr Platz. Hier präsentiert die Online-Zeitung YourBotswana.com auf ihrem Titelblatt stolz diesen Deal mit einem fragmentierten Rind in den Flaggen Botswanas und Chinas.

Als Diskussionsgrundlage lieferte Christian Felix zunächst Fakten über den Verlust an Biodiversität, der zur größten Bedrohung unserer Zukunft geworden ist und die Bewohnbarkeit der Erde langfristig in Frage stellt. Gründe für den dramatischen Artenschwund sind die Vernichtung von Lebensraum, der Klimawandel, Überdüngung der Böden sowie der Einsatz von Herbiziden und Pestiziden in der Landwirtschaft, der Handel mit exotischen Wildtieren, das Bevölkerungswachstum, vor allem in Afrika, und ein weltweit zunehmender Fleischkonsum.

Die unterschiedlichen Aspekte der Existenzbedrohung vieler Wildtiere wurden gemeinsam beleuchtet und Hilfsprojekte aller anwesenden Vereine vorgestellt. Future for Elephants unterstützt beispielsweise mit der Big Life Foundation in Kenia eine Organisation, die in vorbildhafter Weise einen ganzheitlichen Ansatz beim Artenschutz verfolgt und die lokale Bevölkerung beim Schutz der Wildtiere einbindet und ihr Wege in die ökonomische Unabhängigkeit zeigt. Monica Lieschke nannte für den Artenschutz wichtige Wiederaufforstungsprojekte ihres Vereins etwa im Senegal, wo mit schnell wachsenden Bäumen die Rodungen in den Nationalparks deutlich verringert werden konnten. Allerdings müssten auch andere Techniken zum Kochen als die Verwendung von Brennholz zum Einsatz kommen.

Eine Frage aus dem Publikum betraf den Kampf gegen die weltweiten, kriminellen Syndikate, die den illegalen Handel von Tieren und Teilen von Tieren organisieren, welche unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzabkommens stehen. Thomas Töpfer betonte wie wichtig eine konsequente Strafverfolgung entlang der gesamten Schmuggelkette sei, angefangen beim Wilderer, der für ein paar Dollar das höchste Risiko eingeht, über den Dealer, der Waffen und Gift liefert, mit dem die Elefanten getötet werden, bis hin zum Konsumenten, der für eine Schnitzerei tausende Dollar zahlt. Das weltweit am meisten geschmuggelte Tier ist das inzwischen selten gewordene Schuppentier (Pangolino). Wie lebendig der Schmuggel trotzdem nach wie vor ist, beweist eine kürzliche Beschlagnahmung in Vietnam von ganzen sechs Tonnen Schuppen dieser relativ kleinen Tiere, wie Birgit Hampl berichtete.

Alle waren sich einig, dass die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Missstände ganz oben auf der Prioritätenliste stehen solle. Das fängt bereits mit der Schulbildung im Arten- und Umweltschutz an. Und insbesondere in Afrika kann die Bildung der Frau ein Mittel zur Eindämmung der Bevölkerungsexplosion darstellen.

Es gibt viele verschiedene Ansätze, Artenschutz zu betreiben, und jeder Verein und jede Institution trägt auf ihrem Gebiet dazu bei. Keine Vereinigung kann alleine Umwelt und Wildtiere auf Dauer retten, deshalb ist beim Artenschutz eine Bündelung der Kräfte unabdingbar. Die freundliche Atmosphäre und der Konsens in allen wichtigen Themen bei dieser Diskussion waren ein gutes Beispiel für eine solche Zusammenarbeit.