Botswana – Elephants Without Borders (EWB)

Geschätzte Elefantenpopulation im Einsatzgebiet KAZA (Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe): ca. 228.000 Tiere, davon mit ca. 140.000 Tieren mehr als die Hälfte in Botswana

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via AdobeStock

Elephants Without Borders (EWB) ist eine führende Schlüsselorganisation für Elefantenschutz und Elefantenmanagement in Afrika. Sie steht für einen grenzüberschreitenden Ansatz, der moderne Wissenschaft und Forschung, praktische Naturschutzarbeit und die Einbindung lokaler Gemeinschaften vereint. Ziel ist es, die biologische Vielfalt und speziell Elefanten sowie deren Lebensräume, insbesondere im KAZA-Gebiet, dauerhaft zu erhalten. Dazu arbeitet EBW auch eng mit Regierungen und Gemeinden zusammen.
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Photocredit: EWB

Gegründet wurde EWB von Dr. Mike Chase, einer anerkannten Autorität und einer der führenden Stimmen für den Schutz afrikanischer Elefanten. Geboren in Botswana, hat dieser sich seit 2001 der Erforschung und dem Schutz von Elefanten verschrieben und war der erste Motswana (Bürger Botswanas), der einen Doktortitel speziell in Elefantenökologie erhielt.

Die Arbeit von Dr. Mike Chase umfasst die Erforschung von Elefantenbewegungen, die Identifizierung von Migrationsrouten und die Aufdeckung von Wilderei – vor allem in seiner Heimatregion Botswana und dem südlichen Afrika. Große Aufmerksamkeit und internationales Ansehen erlangte Dr. Mike Chase durch die Leitung des Great Elephant Census. Dieses Projekt hat die Weltöffentlichkeit für das rasante Artensterben sensibilisiert.

Great Elephant Census (GEC)

GEC war das größte und umfassendste Elefantenzählungsprojekt in der Geschichte Afrikas. Es wurde zwischen 2014 und 2016 in 18 Ländern Afrikas gleichzeitig durchgeführt und lieferte einheitliche, vergleichbare Daten zur Populationsgröße und Verteilung der afrikanischen Savannenelefanten (Loxodonta africana).

Die Ergebnisse der Zählung waren ein Weckruf für den Elefantenschutz weltweit. Die Daten wurden zur Grundlage für Schutzgebietsplanung, Internationale Artenschutzkonferenzen (z. B. CITES), Anti-Wilderei-Strategien etc.


Ergebnisse (veröffentlicht 2016)

  • Gesamtzahl der gezählten Savannenelefanten: ca. 352.271
  • Ein Rückgang um 30 % in nur 7 Jahren (2007–2014)
  • 8 % Verlust pro Jahr – vor allem durch Wilderei
  • 84 % der Elefantenpopulationen wurden abgedeckt (die übrigen Gebiete waren unsicher oder unzugänglich)


Das Projekt trug auch dazu bei, dass Waldelefanten später (2021) als eigene Art klassifiziert und als „vom Aussterben bedroht“ (critically endangered) eingestuft wurden.

Vision und Standort von EBW

Vision: "Ein Afrika, in dem Elefanten und Menschen harmonisch koexistieren können – grenzüberschreitend, geschützt und frei wandernd."

Von einer Forschungsstelle in Kasane, Botswana, aus führt EBW ihre Projekte und Aktivitäten mit offizieller und voller Unterstützung der Regierungsbehörden durch. Sie liegt strategisch günstig im KAZA-Gebiet, wo die Grenzen von Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe entlang des Sambesi zusammentreffen - ein idealer Standort, um die Wandermuster, das Verhalten und die Ökologie von Elefanten, anderen Wildtieren und deren Lebensräumen zu erforschen.

Eine im Jahr 2022 durchgeführte Luftzählung von afrikanischen Savannenelefanten im grenzüberschreitenden Kavango-Sambesi-Schutzgebiet (KAZA, das weltweit größte länderübergreifende Naturschutzgebiet erstreckt sich über fünf Länder im südlichen Afrika: Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe, und verbindet 36 Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von etwa 520.000 km²) ergab, dass in diesem Gebiet rund 228.000 Elefanten leben, davon rund 130.000 in Botswana. KAZA beherbergt somit die weltweit größte Population von Savannenelefanten und ist ein wichtiger Lebensraum für die Dickhäuter.

Der Elefantenbestand hat sich im Vergleich zur letzten Populationserhebung 2014-2016 kaum verändert; die geschätzte Wachstumsrate beträgt lediglich 1,2 % pro Jahr. Allerdings haben die Kadaverquoten deutlich zugenommen (von 8 % auf 11 %) und deuten auf eine ungewöhnlich hohe Sterblichkeit hin.

Die Elefanten in Botswana - wie auch im gesamten KAZA-Gebiet - stehen trotz ihrer großen Zahl vor mehreren ernsthaften Problemen.

Zäune, Straßen, Farmen und Siedlungen zerschneiden ihre Wanderrouten und schränken somit ihre natürlichen Migrationskorridore ein; so sind z.B. einige wichtige zwischen Botswana und Angola oder zwischen Namibia und Sambia für die Dickhäuter nicht mehr durchgängig passierbar.

Ebenso wie die wachsende Bevölkerung und zunehmende Besiedlung führt dies vermehrt zu Mensch-Elefanten-Konflikten. Denn durch die Einschränkung ihrer traditionellen Wanderwege müssen die Tiere nun Felder und Dörfer durchqueren. Auf diese Weise kann es zu Zerstörungen von Ernten und Todesfällen bei Menschen und Tieren kommen.

Die Elefantenwilderei bleibt weiterhin eine ernsthafte Gefahr. In Botswana war sie zwar lange Zeit vergleichsweise niedrig, da das Land als einer der sichersten Zufluchtsorte für Elefanten in Afrika galt.

Doch seit 2017/2018 ist sie deutlich gestiegen, insbesondere im Norden des Landes. Derzeit steht Botswana trotz seiner großen Elefantenpopulation zunehmend unter Druck durch organisierte Wildtierkriminalität.

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via Conservation Action Trust

Eine weitere Bedrohung ist die Trophäenjagd, die in allen KAZA-Ländern außer Angola erlaubt ist. In Botswana wurde nach einem fünfjährigen Verbot 2019 die Trophäenjagd wieder eingeführt. Auf der Wunschliste der Jäger stehen in erster Linie ältere, eindrucksvolle Bullen mit großen Stoßzähnen. Die älteren Elefantenbullen spielen jedoch eine zentrale Rolle für den Erhalt und die Stabilität von Elefantenpopulationen aus mehreren Gründen, die z.B. folgende Studien und Berichte beleuchten:

Die Rolle von alten Bullen in der Elefantengesellschaft
https://www.nature.com/articles/s41598-020-70682-y

Ältere Männchen sind für Elefantengesellschaften von entscheidender Bedeutung
https://news-archive.exeter.ac.uk/research/2020/articles/oldmalesvitaltoelephantso.html?utm_source=chatgpt.com

Die letzten großen Bullen - Einblick in Botswanas stillen Kampf um seine Elefanten
https://www.africanelephantjournal.com/the-last-great-bulls-inside-botswanas-silent-struggle-over-its-elephants/

Bericht über die Problematik der Trophäenjagd auf ältere Elefantenbullen in Botswana
https://elephantswithoutborders.org/site/wp-content/uploads/2025-EWB-Hunting_Report-Web.pdf

Wenn ältere Bullen durch z.B. Wilderei, andere Faktoren oder eben auch Trophäenjagd vermehrt aus der Population verschwinden, destabilisiert das nicht nur die Fortpflanzung und soziale Struktur der Familienherden, sondern auch die Dynamik in Junggesellen-Gruppen. Dies kann zu einer Zunahme von Mensch-Elefanten-Konflikten führen. Ebenso kann es langfristig das Überleben und die Stabilität der gesamten Elefantenpopulation gefährden. Der Schutz auch älterer Elefantenbullen ist daher wichtig.

Elephants Without Borders verfolgt mit folgenden Maßnahmen die Vision, Elefanten und die Artenvielfalt zu schützen:

Elefantenforschung & Monitoring

  • Langzeit-Tracking-Projekt zur Beobachtung von Elefantenbewegungen
  • Verfolgung von über 120 Elefanten mit GPS-Halsbändern
  • Erhebung von Daten zu:
    • Migration zwischen Botswana, Namibia, Sambia, Angola, Simbabwe
    • Nutzung von Korridoren
    • Vermeidung von Dörfern / Feldern
  • Grundlage für Schutzkorridore im Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA TFCA)
  • Langzeitstudien zu Bewegungsmustern, Migrationskorridoren, Stressfaktoren und Lebensraumveränderungen

Luftüberwachung & Wilderei-Dokumentation

  • Durchführung regelmäßiger Flugüberwachungen über Schutzgebiete
  • Dokumentation illegaler Elefantenabschüsse
  • 2018: Aufdeckung von 87 getöteten Elefanten in Nordbotswana
    • Große mediale Aufmerksamkeit
    • Politisch brisant (Botswanas Regierung bestritt anfangs die Zahlen)
  • Fördert Transparenz und Krisenbewusstsein in Wildschutzpolitik

Mensch-Wildtier-Konflikt-Projekte in Botswana

  • Entwicklung von Frühwarnsystemen für Dörfer
  • Aufbau von Gemeindeprogrammen zur Elefantentoleranz
  • Förderung von:
    • Nicht-tödlichen Abwehrmaßnahmen
    • Umweltbildung und Schulprogramme
    • Gemeinschaftsbasiertem Naturschutz

Lebensraumvernetzung

  • Einsatz für Schutzkorridore und Verbindungen zwischen Schutzgebieten.
  • Zusammenarbeit mit Regierungen für grenzübergreifende Elefantenschutzmaßnahmen, z. B. in der Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA TFCA).

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Rheingoldweg 54
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